Gedanken zu Inflation und Rezession

Ich habe heute im HVB Podcast gehört, dass der Chefvolkswirt der HVB der Meinung ist, dass die EZB gegen Energiepreise machtlos wäre, da es unbeeinflussbare externe Faktoren sind.
Ich finde das sehr kritisch wenn diese Ausrede (“Aussage”) der EZB durch jemand in dieser Position unterstützt wird.

Es so nicht richtig, denn durch Zinserhöhung im Euro Raum verändern sich auch die Währungskurse.

Bei höheren Zinsen im Euro Raum steigt der Eurokurs gegenüber dem Dollar und somit sinken die Energiekosten auf Eurobasis.
Bei einem Ölpreis von 120 Dollar pro Barrel kosten das Barrel in Euro aktuell 116 Euro. (1,03 $ / Euro).
Vor einem Jahr hätte das Barrel nur 100 Euro gekostet (1,20 $ / Euro).
Somit hat Europa alleine durch den stärkeren Dollar ca. 20% Inflation bei den Ölpreisen und fast allen Rohstoffen erzeugt, einfach nur durch langsames agieren.
Auch die andere These, dass die Inflationsbekämpfung durch Zinserhöhung ein bis zwei Jahre dauert halte ich für falsch.

Am Beispiel USA sieht man, dass allein schon die Ankündigungen und der Weg der Zinserhöhungsschritte zu deutlichen Verlangsamung der Wirtschaftsaktivitäten führen und somit Deflationär wirken.
Leider auch eine Meinung die aus EZB Kreisen vertreten wird.

Im Endergebnis sehe ich kritische Zeiten für europäische und im speziellen deutsche Unternehmen.

Warum?

Die deutschen Unternehmen werden durch die hohe Inflation teure Einkaufspreise und Löhne tragen müssen.
Die IG Metall fordert in der nächsten Rund acht Prozent Lohnerhöhung. (metall-tarifkommissionen-fordern-8-prozent)

Zusätzlich werden sie unter der beginnenden Rezession in Amerika und dem nicht anspringenden Konsum in China große Absatz Probleme bekommen. An den Absatzzahlen der Automobilhersteller sieht man das jetzt schon (Bericht)

Noch können die höheren Preise weitergegeben werden, aber das wird in den wichtigen Märkten USA und China nicht mehr lange der Fall sein. (Auch Autokredite werden bei steigenden Zinsen teurer.)

Gibt es irgendwas positives?

Was tatsächlich keiner voraus sehen kann ist wie lange der Krieg in der Ukraine noch dauert und wann dieser beendet wird.
Dann werden deutsche Unternehmen bzw. die Aktien davon überproportional profitieren.
Darum halte ich weiterhin günstig bewertete deutsche Aktien z.B. BMW Vorzüge

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